Burnout kommt nicht vom Stress, sondern vom Umgang mit Stress.

Burnout ist eine emotionale, geistige und körperliche Erschöpfung als Reaktion auf stresserzeugende Faktoren im Privat- oder Berufsleben und Überbelastung aufgrund einer verminderten Regenerationsfähigkeit. Die Beziehung zu sich selbst und die Beziehung zur Umwelt ist bei Menschen mit Burnout oft gestört. Menschen können ausbrennen, weil sie den Kontakt, den Dialog zu sich selbst verloren haben und in konfliktreichen Beziehungen zu ihrem Umfeld stehen. Hinzukommen können Probleme der Lebensbewältigung, Depressionen, psychosomatische Erkrankungen und Suchtgefährdung.

Burnout-Betroffene fühlen sich meist schwach, kraftlos, müde und matt, leiden unter Antriebsschwäche und sind leicht reizbar. Durch eine Depersonalisierung stellen sie eine Distanz zwischen sich selbst und ihren Klienten (Klienten,Patienten, Schülern, Pflegebedürftigen, Teamkollegen) her. Sie sind zunehmend gleichgültig und neigen zu zynischen Bemerkungen gegenüber ihren Mitmenschen.

Burnout-Betroffeene lassen Probleme und Nöte von Kollegen/ Klienten / Patienten nicht mehr an sich herankommen und konzentrieren sich auf den sachlichen Aspekt der Beziehung. Die (soziale, zwischenmenschliche) Arbeit wird zur unpersönlichen Routine. Häufig haben sie das Gefühl, trotz Überlastung nicht viel erreichen oder bewirken zu können. Auch an Erfolgserlebnissen kann es mangeln.

Durch ständig steigende Anforderungen – quantitativ und qualitativ – erscheint die eigene Leistung im Vergleich zu den wachsenden Anforderungen gering. Solche Diskrepanz zwischen Anforderungen und eigenen Leistungen nimmt der Betroffene als persönliche Ineffektivität bzw. Ineffizienz wahr. Dies ist Effekt der Depersonalisierung, da die Betroffenen sich von ihren Kollegen bzw. Kunden entfernt haben und auf deren Erwartungen nicht mehr wirksam eingehen können. Der Glaube an den Sinn der eigenen Tätigkeit wird schwer beschädigt.

Ein Burnout-Syndrom kann ähnliche Symptome wie das Boreout-Syndrom aufweisen: bore (sich langweilen) bezeichnet den Zustand beruflicher Unterforderung und damit persönlicher Unzufriedenheit begleitet von gleichzeitig hoher Geschäftigkeit und reduzierter Leistungsfähigkeit sowie emotionaler Erschöpfung.

Betroffene Führungskräfte zeigen bei Burnout häufig voraussagbare Verhaltensweisen:

  • Sie machen andere für ihren Burnout verantwortlich,
  • sie beschweren sich zunehmend über Dinge, die früher keine Rolle spielten,
  • sie arbeiten nicht mehr fokussiert, sondern sind leicht abzulenken, chaotisch, unstrukturiert
  • sie flüchten in Tagträume
  • sie fangen unnötige Streitigkeiten an,
  • sie wirken zunehmend auf Untergebene und Kollegen sowie Geschäftspartner distanziert und arrogant.

Im Diagnose-Manual ICD-10 gilt Burnout als ein Problem der Lebensbewältigung mit körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung aufgrund beruflicher oder anderweitiger Überlastung, durch Stress ausgelöst, der nicht bewältigt werden kann. Die Krankheit wird mit dem Diagnoseschlüssel Z73.0 erfasst.

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen können im Einzelfall sehr unterschiedlich sein: Im Arbeitsleben können verschiedene Belastungen, wie z.B. bestimmte Hierarchiestrukturen in der Firma, Art der Unternehmensführung, unvorteilhafte Interaktionen mit Kollegen und Vorgesetzten, Unklarheit in der Kommunikation, oder den gestellten Aufgaben, Auslöser sein.
Im Privatleben und im Berufsleben können personenbezogene Faktoren wie vermindertes Selbstvertrauen, Veränderungen im Privatleben oder unzureichende Stressbewältigungs-strategien einen Burnout begünstigen. Insgesamt haben hohe Ansprüche an sich selbst großen Einfluss auf eine Burnout-Entwicklung, verbunden mit einem hohen Maß an zu bewältigende Aufgaben im Berufsleben oder Privatleben, fehlende Selbstbestimmung oder wenig positives Feedback.

So erkennen Sie, ob Sie unter einem Burnout leiden:

  • Emotionale Erschöpfung
  • Verminderte Antriebsschwäche
  • Gefühl des Erlebens von Misserfolg durch erhöhte Anforderungen
  • Überarbeitung mit Vernachlässigung persönlicher Interessen
  • Dünnhäutigkeit, Reizbarkeit
  • Rückzug und Vermeidung von sozialen Kontakten
  • Gefühl der Wertlosigkeit, Ängste
  • Kontaktverlust zu sich selbst und den eigenen Bedürfnissen
  • Drang, sich selbst und anderen Personen etwas beweisen zu wollen
  • subjektiv extremes Leistungsstreben, um besonders hohe Erwartungen erfüllen zu können
  • ständige Überarbeitung
  • Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte
  • Ignorieren innerer Probleme und Konflikte
  • Zweifel am eigenen Wertesystem
  • Abkehr von ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden
  • Verleugnung entstehender Probleme, Absinken der Toleranz und Geringschätzung anderer Personen
  • Rückzug und Reduzierung sozialer Kontakte bis auf ein Minimum
  • Verhaltensänderungen
  • Depersonalisierung, das Leben verläuft zunehmend funktional und mechanistisch
  • innere Leere und Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu überspielen durch Sexualität, excessives Essen, zuviel Alkohol und möglicherweise auch Drogen
  • Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit
  • erste Gedanken an einen Suizid als Ausweg
  • akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs.

Aussagen von Burnout-Betroffenen:

  • „Ich habe permanenten Zeitdruck.“
  • „Ich trage viel Verantwortung.“
  • „Ich werde bei der Arbeit häufig gestört.“
  • „In den letzten Jahren wurde meine Aufgabe immer anspruchsvoller.“
  • „Ich werde von meinen Vorgesetzten nicht mit dem nötigen Respekt behandelt.“
  • „Bei Schwierigkeiten bekomme ich keine adäquate Unterstützung.“
  • „Ich werde oft unfair behandelt.“
  • „Meine berufliche Zukunft ist unsicher.“
  • „Schon beim Aufwachen denke ich an die Probleme, die mich tagsüber erwarten“.

In der Burnout-Behandlung erarbeiten wir gemeinsame Strategien, wie Sie wieder in Balance kommen und ihre Ressourcen gestärkt werden. Unterstützung für akute Situationen, personenzentrierte Beratung und eine umfangreiche Aufklärung zu Vorbeugungsmaßnahmen sind das Ziel in der therapeutischen Arbeit mit mir. Als sehr wirksam hat sich auch die Arbeit mit den Inneren Persönlichkeitsanteilen (Inneres Team) erwiesen. Rufen Sie mich an und vereinbaren Sie einen Termin!